Cordillera Blanca 03.04.-13.04.2010

Tourenbericht von Melli und Konrad

Weihnachten 2009

Wir sind zu Besuch in unserer vogtländischen Heimat und beraten uns mit Henry über die Möglichkeit einer Trekkingtour in der Cordillera Blanca, die wir kommenden April im Rahmen einer vierwöchigen Reise durch Peru geplant haben. Die Frage ist nur: Wer könnte uns vor Ort helfen, eine solche Tour zu realisieren? Henry verweist uns auf seinen peruanischen Freund Richard aus der Anden- und Bergsteigerstadt Huaraz, der direkt vor Ort Touren durch die Cordillera Blanca organisiert und führt. Nach einigen E-mails mit Richard steht der Plan. Wir wollen die Cordillera Blanca auf dem Cedros Alpamyo erkunden.

5.April 2010
Um 7 Uhr morgens werden wir von Richard aus unserer gemütlichen Pension in Huaraz abgeholt. Nach zwei spannenden Erkundungs- und Akklimatisationstouren zur Puca Ventana, dem Hausberg von Huaraz und der Laguna Churup (4500 m) in den vergangenen zwei Tagen, startet heute endlich unser Trek rund um den Alpamyo. Auf teilweise abenteuerlichen Pisten geht es zunächst in einem Kleintransporter zu unserem Ausgangspunkt Hualcayan, einem kleinen Bergdorf auf 3100 m. Dort treffen wir auf Moses, den Arriero (Eselstreiber). Er und seine 5 Esel werden uns zusammen mit unserem Guide Richard in den nächsten 9 Tagen durch die Cordillera Blanca begleiten. Unter den neugierigen Blicken der großen und kleinen Dorfbewohner wird die gesamte Ausrüstung für die Tour auf die Rücken der Esel "verladen“. Wir steigen in der Zwischenzeit bei Nieselregen und Nebel mit Sichtweiten unter Null zum ersten Camp (Huishcash: 4400m) auf. Im Kochzelt lässt sich dann jedoch bei Coca-Tee und gegrilltem Cuy (Meerschweinchen) mit Mais die fehlende Sicht auf den gegenüberliegenden Gebirgszug (Cordillera Negra) leicht verschmerzen – in Peru herrscht eben noch Regenzeit!

 

Doch wir haben großes Glück. Am nächsten Tag reist die Wolkendecke auf und eröffnet uns nach kurzem Aufstieg einen atemberaubenden Blick auf die tiefblaue Laguna Cuillicocha (4628m) und die dahinterliegenden Santa Cruz Spitzen (5800 m). Weiter geht es über einen Pass zum Osouri Camp auf 4500 m. Noch bevor der Platzregen einsetzt stehen die Zelte - und wir sitzen im Trockenen. In der Nacht schneit es und am nächsten Morgen ist es bitterkalt - der Himmel jedochstrahlend blau. Über den Passo Viendunan (4700m) wandern wir nun hinab ins wunderschöne, einsame Alpamayo Tal. Neben zahlreichen Wildpferden, ein paar Hirten und ihren Schafsherden, sind wir hier völlig allein unterwegs. Am oberen Ende dieses eindrucksvollen Tals erreichen wir am vierten Tag unserer Tour das Jancarurish-Camp (4250m). Wir zelten am Fuße der mächtigen Alpamayo Nordostwand, die einer gleichförmigen Pyramide aus Eis und Schnee gleicht. Von dort geht es weiter über zwei beeindruckende Pässe, den Caracara Pass (mit 4850 m der höchste Punkt

des Treks) und den Mesapata Pass. Dann wandern wir hinunter in die liebliche Tayapampa, einer grünen Hochebene mit einigen wenigen grasgedeckten Bauernhäusern und großen Alpaca Herden.
Hier gibt es weder Strom noch Straßen, und schon gar keine Hektik. 

Auch der fünfte Tag beginnt mit einer Passüberquerung, diesmal über den Janacon Pass (4620m) , bevor es 1000 Hm bergab durch das herrliche und einsame Yanajanca Tal hinunter nach Jancapampa geht, einem kleinen Dörfchen mit atemberaubender Aussicht auf die Pucajirca Gruppe (Pucajirca Norte, Central und Oeste, alle drei Gipfel sind über 6000 m hoch). Die Kinder freuen sich über den Besuch der Gringos, helfen beim Aufbau des Camps und sitzen mit uns vor den Zelten bis die Sonne untergeht.

Noch zwei weitere Tage wandern wir über windige Pässe und durch wunderschöne, menschenleere Täler bevor wir auf den berühmten und überlaufenen Santa Cruz Trek stoßen. Über die Punta Union (4750m) zu Füßen des mächtigen Taulliraju (5800m) geht es auf der anderen Seite des Alpamayo immer weiter talabwärts. Nach neun Tagen erreichen wir das Bergdorf Cashapampa und damit leider auch den Endpunkt unserer Tour. Hier müssen wir uns von unserem Arriero Moses und seinen Eseln verabschieden.
Moses und vor allem auch Richard haben diese Tour durch ihre Gastfreundschaft, ihren Humor aber auch durch ihre fantastischen Kochkünste und ihr unerschöpfliches Wissen über die Berg-,
Tier-, und Pflanzenwelt der Cordillera Blanca zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Das Taxi fährt uns zurück nach Huaraz, von dort aus treten wir zwei Tage später die Heimreise an mit dem Nachtbus nach Lima und weiter mit dem Flieger mitten hinein in die Aschewolke, die sich gerade über Europa ausbreitet (inklusive mehrtägigem Zwischenstopp auf dem Madrider Flughafen).


Eines aber ist sicher – wir kommen auf jeden Fall wieder!

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